Das Medium Papier als Botschafter für Marken
Bei der Überreichung des Markenpreises der Deutschen Standards an die M-real Zanders GmbH durch Dr. Florian Langenscheidt führten Dr. Langenscheidt und Heikki Husso, Geschäftsführer der M-real Zanders GmbH, ein Gespräch zum Thema Papier als modernem Druckträger im Umfeld elektronischer Medien.
Foto: Heikki Husso (links) und Dr. Florian Langenscheidt
DR. LANGENSCHEIDT
Herr Husso, als vor 10 Jahren das digitale Zeitalter ausgerufen wurde, glaubte manch einer schon an den Untergang des Papiers – ja, an das Ende gedruckter Medien überhaupt. Trotz dieser Unkenrufe, zunehmender Digitalisierung und Wirtschaftskrise hat sich Papier bisher wacker geschlagen.
HUSSO:
Entgegen der damaligen landläufigen Meinung ist Papier immer stärker zum Einsatz gekommen und hat nichts an Bedeutung gegenüber den elektronischen Medien verloren.
DR. LANGENSCHEIDT:
Als Autor und Verleger, der ein Leben lang mit Büchern zu tun hatte, schätze ich die Qualität der Papiere von gedruckten Werken ganz besonders. Ein gutes Papier ist für mich ein Zeichen von Hochwertigkeit, aber auch so etwas wie eine haptische Verführung. Muss man für diese Art der Wertschätzung eine besondere bibliophile Ader besitzen?
HUSSO:
Der Empfänger einer gedruckten Botschaft kann das Empfinden der Papierqualität oft nicht verbal formulieren, dennoch wird die Hochwertigkeit wahrgenommen. Dies unterstützt dann auch die eigentliche Botschaft der Marke, egal, ob es sich dabei um die Verkaufsbroschüre eines neuen Wagens, die Verpackung eines neuen Parfums oder das Etikett einer Champagnerflasche handelt. Papier bietet mehr als nur eine Nachricht. Papier bietet Haptik und Ästhetik – es ist eben greifbar.
DR. LANGENSCHEIDT:
Die Herstellung unserer Bücher liegt mir immer besonders am Herzen. Ich finde es bemerkenswert, dass die Kultur des Büchermachens, in deren Mittelpunkt sicherlich immer die Frage nach dem richtigen, dem „perfekten“ Papier steht, in Deutschland wahrscheinlich besonders ausgeprägt ist. Immerhin haben wir den Buchdruck erfunden!
HUSSO:
Hierbei ist es auch wichtig, eine Beziehung zu einer Marke aufzubauen. Das gilt für uns als Spezialpapierhersteller in besonderem Maße. Ich denke dabei an traditionelle Marken wie ZANDERS Gohrsmühle, die bereits über 100 Jahre alt sind, aber auch an Marken wie z.B. CHROMOLUX, die als Inbegriff für Hochwertigkeit und technischen Anspruch stetig verbessert und den Marktbedürfnissen angepasst werden müssen.
DR. LANGENSCHEIDT:
Als Herausgeber der „Marken des Jahrhunderts“ versteht es sich für mich von allein, dass wir selbstverständlich nicht nur in Deutschland drucken, sondern auch mit der Papierwahl den Anspruch, Standards zu setzen, einlösen. Dies ist für mich integraler Bestandteil unserer eigenen Markenarbeit. Es ist schließlich vor allem das Qualitätsversprechen, was alle von uns präsentierten Marken, inklusive der eigenen, auszeichnet und verbindet.
HUSSO:
Es ist immer wieder begeisternd zu erleben, dass Produkte aus unserem Haus für berühmte Marken Einsatz finden. Ob dies das Buch zur Eröffnung des Daimler Museums, der Briefbogen für „Deutschland Land der Ideen“ oder auch das Papier für die Sparbücher der Sparkassen ist. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten namhaften Marken einmal mit Papieren aus unserem Haus beworben wurden.
DR. LANGENSCHEIDT:
Ich freue mich, dass diese hochwertigen Feinpapiere aus Ihrem Hause bei unserem Projekt „Marken des Jahrhunderts“ zum Einsatz kamen. Dies hat unseren Anspruch, erstklassige Marken auch erstklassig zu kommunizieren, in besonderer Weise unterstützt.



